Lebensgrundlage vieler Meeresbewohner
Auf dem Meeresboden können sich unter bestimmten Bedingungen große Muschelbänke aus aneinandergehefteten Miesmuscheln bilden. Denn Miesmuscheln graben sich nicht in den Wattboden ein, sondern heften sich mit dünnen Fäden aneinander. Auf der Wattoberfläche bieten die Bänke Lebensraum und Nahrung für viele weitere Lebewesen. Auch im Watt vor Borkum existieren große Muschelbänke.
Der in allen Weltmeeren vorkommende Meersalat lebt in der oberen Gezeitenzone in einer Tiefe von bis zu 10 Metern.
Bevorzugt siedelt er auf Felsen an, wächst jedoch auch vereinzelnd auf anderen Algen oder Herzmuschelschalen. Teilweise kann man Meersalat in Fluttümpeln und Buchten auch losgerissen bzw. freitreibend beobachten. Das durchscheinend grüne Gewächs ist sehr reich an Vitamin C und wird daher in manchen Regionen sogar als Nahrung für den Menschen verwendet. Seinen Namen verdankt er seiner Ähnlichkeit zu einem Salatblatt.
Miesmuscheln leben vor allem im Gezeitenbereich. Dabei stellen Miesmuschelbänke im Wattenmeer einen bedeutenden Lebensraum für andere Tiere dar.
Miesmuscheln siedeln in dichten Bänken – gerne überwachsen sie abgesunkene Holzstämme oder künstliche Strukturen wie Pfähle, Buhnen oder Hafenmauern. Manchmal können sie kilometerlange Ansammlungen von Einzelorganismen bilden. Oft ist die Miesmuschel von anderen Meeresorganismen, wie Seepocken, bewachsen. Dem Seewasser entnimmt die Miesmuschel nicht nur Sauerstoff zum Atmen, sondern auch ihre Nahrung. Denn stündlich filtert sie bis zu drei Liter Meerwasser. Alle im Wattenmeer lebenden Miesmuscheln können so das gesamte Wasser innerhalb weniger Tage filtern.
Der Schan ist ein Schleimfisch, der keine Schuppen hat, sondern eine nackte, schleimige Haut. Er lebt im Brandungsbereich zwischen Steinen und Tang, wo er z.B. Seepocken und kleine Miesmuscheln frisst. Die Weibchen legen ihre Eier in Felsspalten oder Muschelschalen ab, wo sie von den Männchen (zur Laichzeit schwarz mit weißen Lippen) bis zum Schlüpfen bewacht werden.
Seenelken haben bis zu 1000 feine Tentakel, die ihr ein pelziges Aussehen verleihen.
Die giftigen Tentakel benutzt diese Anemonenart, um ihre Beute einzufangen und zu lähmen. Zudem gebraucht das Blumentier seine „Arme“, um sich im Kampf um Lebensraum gegen andere Arten durchzusetzen. Bevorzugt leben Seenelken auf hartem Untergrund im flachen Wasser. Falls es ihnen zu eng wird oder der angestammte Platz nicht mehr genügend Nahrung hergibt, kriechen die Tiere langsam weiter.
Die in der Nordsee relativ selten vorkommenden Seespinnen sind Meister der Tarnkunst.
Während sich ältere Seespinnen u.a. mit Seepocken und Polypen tarnen, schützen sich jüngere Tiere am liebsten mit Seetang. Sie bepflanzen ihren Panzer förmlich damit und passen ihr „Körperkleid“ der Umgebung an, falls sie diese wechseln. Die Seespinnen leben bevorzugt auf felsigem Untergrund in Wassertiefen von ca. 50 Metern, sind aber auch auf Austern- und Muschelbänken anzutreffen und erreichen ein Maximalalter von 15 Jahren.