Genau hinsehen lohnt sich!
Von Meistern der Tarnkunst bis zu farbenprächtigen Schönheiten – an den Schwimmstegen in den Borkumer Häfen wachsen Seescheiden, Seeanemonen und Moostiere, zwischen denen sich kleine Krebse verstecken. Sie verwandeln die Anleger unterhalb der Wasserlinie in bunte Lebensräume.
Die Gespensterkrabbe gehört zur Familie der Krabben.
Die Gespensterkrabbe lebt in Nord- und Ostsee sowie im Mittelmeer (Adria) gerne gemeinsam mit Anemonen (z.B. Wachsrosen). Sie ist eine Aasfresserin, welche sich häufig mit Stücken von Algen und Schwämmen maskiert.
Miesmuscheln leben vor allem im Gezeitenbereich. Dabei stellen Miesmuschelbänke im Wattenmeer einen bedeutenden Lebensraum für andere Tiere dar.
Miesmuscheln siedeln in dichten Bänken – gerne überwachsen sie abgesunkene Holzstämme oder künstliche Strukturen wie Pfähle, Buhnen oder Hafenmauern. Manchmal können sie kilometerlange Ansammlungen von Einzelorganismen bilden. Oft ist die Miesmuschel von anderen Meeresorganismen, wie Seepocken, bewachsen. Dem Seewasser entnimmt die Miesmuschel nicht nur Sauerstoff zum Atmen, sondern auch ihre Nahrung. Denn stündlich filtert sie bis zu drei Liter Meerwasser. Alle im Wattenmeer lebenden Miesmuscheln können so das gesamte Wasser innerhalb weniger Tage filtern.
Die kleinen weißen Pünktchen an der linken Wand in diesem Becken sind ein Entwicklungsstadium von Quallen: die Polypen von der Ohrenqualle.
Unter dem Mikroskop betrachtet sehen diese Polypen aus wie Schachtelhalme. Diese erzeugen durch Sprossung (Strobilation) eine freischwimmende Meduse. Dieses geschieht ungeschlechtlich. Die entstandenen Medusen pflanzen sich dann aber geschlechtlich fort und erzeugen eine Larve – die sogenannte Planula, welche sich festsetzt und erneut zum Polypen wird.
Die Pferdemuschel gehört zur Familie der Miesmuscheln, ist jedoch wesentlich größer als ihre Verwandten.
Die Pferdemuschel wird auch Große Miesmuschel genannt. Sie lebt im tieferen Wasser der Nordsee bis in 150 Meter Tiefe, wo sie wie Miesmuscheln große Muschelbänke bildet. Das durchschnittliche Alter der Pferdemuschel wird auf 12-18 Jahre geschätzt, in Schottland wurden aber schon 35 Jahre alte Exemplare gefunden.
Die aus der Familie der Cyanidiaceae stammende Rotalge verfügt über rund 4.000 verschiedene Arten.
Gefundene Fossile deuten darauf hin, dass die Rotalge bereits vor mehr als 1000 Millionen Jahren existierte. Sie kommt vor allem in Küstenregionen vor und bildet Makroalgen mit einer Länge von bis zu 60 cm. Ihren Namen trägt sie aufgrund ihrer rötlichen Farbe, die sich besonders in tieferen Gefilden durch Photosynthese bildet.
Der Schwarze Schlangenstern hat eine samtschwarze Körperscheibe und fünf dünne, schlangenartige, bestachelte Arme, mit denen er sich kleine Tiere aus dem Wasser filtert. Außerdem nimmt er organische Reste und Aas vom Boden auf. Er lebt an Felsküsten und tritt häufig in dichten Ansammlungen auf.
Seenelken haben bis zu 1000 feine Tentakel, die ihr ein pelziges Aussehen verleihen.
Die giftigen Tentakel benutzt diese Anemonenart, um ihre Beute einzufangen und zu lähmen. Zudem gebraucht das Blumentier seine „Arme“, um sich im Kampf um Lebensraum gegen andere Arten durchzusetzen. Bevorzugt leben Seenelken auf hartem Untergrund im flachen Wasser. Falls es ihnen zu eng wird oder der angestammte Platz nicht mehr genügend Nahrung hergibt, kriechen die Tiere langsam weiter.
Seepocken sind Krebse. Das ist auf den ersten Blick kaum zu erkennen, denn der Körper ist von kegelförmigen Kalkplatten umgeben, die auf hartem Untergrund wie Steinen, Treibholz oder Krebspanzern festgewachsen sind. Sind die Seepocken mit Wasser bedeckt, öffnen sie die Deckelplatten, strecken ihre Rankenfüße heraus und fächeln Plankton aus dem Wasser. Fallen Seepocken trocken, können sie Luftsauerstoff atmen.
Diese Weichkoralle erhielt ihren makabren Namen aufgrund ihrer Ähnlichkeit mit einer toten Hand im Wasser.
Sie besteht aus einer aufrechten und verzweigten Tier-Kolonie, die aus Hunderten von Einzelpolypen besteht – und sich auf Felsen und Steinen in einer Meerestiefe bis zu 100 Metern ausbreitet. Bei Störungen ziehen sich die Polypen geschwind in den Korallenkörper zurück. Die Polypen können bis zu 1 cm groß werden und verfügen jeweils über mehrere gefiederte Tentakel. Die Tote Mannshand wächst bevorzugt in der Strömung, da hier ausreichend Nahrung zu finden ist. Sie ist eine der wenigen Korallen, die auch in der Nordsee vorkommen. Im Aquarium sollte die Strömung immer aus einer Richtung kommen – da die Koralle ihre Fangarme darauf ausrichtet und auf der Seite, welche beströmt wird, Skelektide einlagert. Nach einer Weile hat sie sich an einen Standort gewöhnt und sollte dann nicht mehr umgesetzt werden.
Dieser bunte Seestern hat weiß, gelb, orange, rot oder lila gestreifte, stachelige Arme, die leicht abbrechen. Er lebt in Felsspalten, unter Steinen oder zwischen Algen und leeren Muschelschalen im Ostatlantik von Norwegen bis Südafrika und im Mittelmeer bis in 300 m Tiefe. Er frisst am Meeresboden tote Tiere oder filtert mit erhobenen Armen winzige Partikel aus dem Meerwasser. Es gibt männliche und weibliche Tiere, die 5-10 Jahre alt werden.
NL: Brokkelster
Das Zypressenmoos ist keine Pflanze, sondern eine Kolonie von Tierchen.
Es handelt sich um Nesseltiere, die entfernt verwandt sind mit Seeanemonen und Quallen. Jeder Polyp sitzt in einer Art Becher, der ihn bei Gefahr schützt. Er hat nesseltragende Arme, die dem Planktonfang dienen. Alle Polypen des Stocks sind miteinander verbunden und ernähren sich gemeinsam.