Schlick voller Leben
Das größte zusammenhängende Wattgebiet der Erde findet man hier an der Nordseeküste. Es besteht aus Sand und Schlick und ist geprägt von Ebbe und Flut und großem Nahrungsreichtum: Ein Paradies für tausende Muscheln, Schnecken, Würmer, Algen, Krebse und Jung-Fische. Dieser reicht gedeckte Tisch lockt auch riesige Zugvogelschwärme an, die hier Rast machen, um ihre Energiereserven aufzufüllen.
Diese Muschel ist in der Nordsee die Häufigste Muschelart. Sie kann 3 bis 9 Jahre alt werden, bevorzugt sandige und schlickige Böden und ernährt sich vor im Watt lebenden Sedimenten. Von der Seite betrachtet, sieht die geschlossene Muschel einer Herzform ähnlich. Mit etwa 245 Exemplaren pro Quadratmeter hat sie die höchste Besiedelungsdichte erreicht. Zum Beispiel in Frankreich, Großbritannien und den Niederlanden wird sie gefangen. Allein in den Niederlanden wurden z.B. 1993 etwa 2500 Millionen Exemplare gefischt.
Der Nordische Kammstern ist ein Seestern aus der Familie der Astropectenidae.
Er lebt auf dem Meeresboden und ist hier ab einer Tiefe von rund zehn Metern anzutreffen. Der Nordische Kammstern gilt als einer der schnellsten Seesterne und kann eine Strecke von einem Meter in wenigen Minuten zurücklegen. Während er sich tagsüber meist schützend in den Sand vergräbt, konzentriert er sich abends und nachts darauf, seine Beute zu fangen.
Die Nordseegarnele gehört zur Familie der Crangonidae aus der Ordnung der Zehnfischkrebse.
Garnelen wachsen im Sommer im Wattenmeer auf und ziehen anschließend in tiefere Gewässer weiter. Sie haben einen lang gestreckten gräulich-braunen Körper mit Antennen, Stielaugen, einer Schere sowie jeweils fünf Schreitbein- und Schwimmbeinpaare. Ab einem Alter von einem Jahr beginnen die Nordseegarnelen, sich fortzupflanzen.
Die sehr schlanken Sandgrundeln leben küstennah auf seichten Sand- und Schlickböden. Charakteristisch sind die Querstreifen an ihren Flanken.
Leben die Larven zunächst im offenen Meer zwischen Wasseroberfläche und Meeresgrund, gehen Jungtiere ab einer Größe von knapp 20 mm zum Bodenleben über. Sandgrundeln können ein Alter von bis zu 2 Jahren erreichen.
Die Sandklaffmuschel ist die größte Muschelart des Wattenmeeres und vergräbt sich zum Schutz vor Fressfeinden.
Ihren Namen verdankt die bis zu 12 cm groß werdende Muschel ihrer auseinanderklaffenden Schale. Ab einem bestimmten Alter passen der Körper und der dazugehörende Sipho (röhrenförmiges Organ zur Ver- und Entsorgung) nicht mehr komplett in die Muschelschale, sodass diese einen Spalt auseinanderklafft. Diese Arten graben sich mit einem muskulösen Grabfuß bis zu 30 cm tief in den Wattboden ein und schützen sich so effektiv vor Fressfeinden wie Vögeln und Krebsen. Man vermutet, dass die eigentlich an der Küste Nordamerikas beheimatete Muschel von den Wikingern in die Nordsee gebracht wurde.
Jedes Jahr wachsen im Wattenmeer zahllose Babyschollen heran, die es später auf die Nordsee hinauszieht.
Schollen machen in ihrer Entwicklung eine Metamorphose durch. Zunächst schwimmen sie aufrecht und sind wie andere Fische symmetrisch. Nach 1 bis 2 Monaten wandert das linke Auge sowie das Maul zur rechten Körperhälfte herüber, dann bildet sich die Schwimmblase zurück – und die Scholle schwimmt zunehmend schräg, bis sie schließlich zum bodenbewohnenden Plattfisch wird. Zum Schutz vor Fressfeinden vergraben sie sich im Sandboden, wo sie gleichzeitig auch auf ihre Beute lauern können. Übrigens: Wegen ihrer mit orange-gelben Punkten versehenen, tarnenden Oberseite ist die Scholle auch als „Goldbutt“ bekannt.
Schwebegarnelen haben einen schlanken, durchsichtigen Körper mit einem Knick im Rücken, der sie befähigt, sich bei Gefahr zusammenzukrümmen und zur Seite zu springen. Die Beine sehen federartig aus und ihre Schwimmbewegungen sorgen dafür, dass sie im Wasser schweben. Die Augen sitzen auf beweglichen Stielen. Die Weibchen tragen an der Bauchseite einen Brutbeutel. Schwebegarnelen dienen vielen Fischen und anderen Meeresbewohnern als Nahrung.
Der Wattwurm trägt maßgeblich dazu bei, dass das Wattenmeer an der Nordsee überhaupt so lebensfreundlich ist.
Der braun bis schwarz gefärbte, fingerdicke Wurm lebt in 20 cm tiefen kanalähnlichen Röhren, die er sich in U-Form ins Watt gräbt. Er frisst den Wattboden und verdaut die organischen Reste, die sich darin befinden. Im Abstand von etwa 45 Minuten kriecht er rückwärts an die Oberfläche und lässt hier einen bis zu fünf Zentimeter langen spaghettiähnlichen Haufen ab. Durch die Fressaktivität der Wattwürmer werden so jährlich die oberen 20 cm des Wattenmeeres umgegraben, ausreichend sauerstoffreiches Wasser in den Boden gepumpt und die Lebensbedingungen anderer Wattbewohner maßgeblich verbessert.